Psychology: Social perceptions of male pattern baldness

16. April 2011

Male pattern baldness

Male pattern baldness

Psychologische Forschung: Zur Eindruckswirkung der Männerglatze (androgenetische Alopezie)

Ronald Henss
Social perceptions of male pattern baldness
A Review
Dr. Ronald Henss Verlag

Vollständiger Nachdruck des Forschungsartikels
Ronald Henss: Social Perceptions of Male Pattern Baldness. A Review. Dermatology + Psychosomatics, 2001, 2, 63-71

Summary The paper presents a review of the empirical literature on strangers’ perceptions of male pattern baldness (androgenetic alopecia). It also discusses some socio-cultural aspects of hair in general, and hair loss in particular.
Key Words Male pattern baldness, androgenetic alopecia, social perceptions, face perception, personality judgments, socio-cultural aspects of hair and hair loss

Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über empirische Untersuchungen zur Wirkung des männlichen Haarausfalls (androgenetische Alopezie) aus der Perspektive des Beobachters. Darüber hinaus werden sozio-kulturelle Aspekte des Haares und des Haarausfalls beleuchtet.
Schlüsselwörter Haarausfall, Glatze, androgenetische Alopezie, Personenbeurteilung, Gesichterbeurteilung, Persönlichkeitseindruck, sozio-kulturelle Aspekte des Haares

 
Introduction. Focus on male pattern baldness.

In 1967 the British zoologist Desmond Morris published his best-selling book “The Naked Ape” [35]. This title draws special attention to one of the most conspicuous features of human appearance: the relative hairlessness of our bodies. Strictly speaking, we are not really naked. Complete hairlessness is to be found in only a few areas like the lips, the palm of our hands, the soles of the feet, the nipples and some parts of the genitals. The impression of nakedness derives from the fact that on most parts of our bodies our hairs are so fine and short that they are hardly visible, at least from some distance. On the other hand, however, there are some special areas of dense hair that stand in stark contrast to the apparently hairless regions. In fact, it is the characteristic patchy distribution that grabs our attention; and the focus is on those regions that are densely covered with hair, particularly the facial hair in males and the scalp hair in both sexes.
From a strictly biological-medical point of view, hair is not a necessary prerequisite to human survival. On the other hand, however, there can be no doubt that hair is extremely important with regard to our social and psychological experiences. Hair is much more than meets the eye; and evidence abounds that humans are and always have been obsessed with hair.
Because hair is of utmost importance, so is its loss. The most common form of hair loss is male pattern baldness (androgenetic alopecia) which affects a large part of the male population. Although there can be no doubt that male pattern baldness is of great social and psychological significance, there exists little empirical study on its psychological impact. The present paper tries to review the extant literature with regard to a specific aspect, namely social perceptions of hair loss. This is indeed an important topic: after all, hair loss would be an inconsequential affair if our perceptions of others and ourselves would not be influenced by the amount of cranial hair in the first place. Before turning to our main topic, we briefly look at some socio-cultural aspects of hair in general and hair loss in particular.

 
The importance of hair, past and present.

Humans are preoccupied with hair – and the lack of it. Our preoccupation with hair gave rise to a multi-billion dollar industry. Moreover, millions of people earn their livings in an occupation devoted to hair care. A significant portion of our daily time budget is allocated to hair care and grooming. For some people, particularly women, this may accumulate to many months or even years. Although hair is certainly more important to females, it is also of great concern to males.
For the “stronger sex” the apprehension of hair loss is the focus of interest. In Caucasians, the most common form of hair loss, male pattern baldness, affects approximately one half of the adult male population. Thus, some degree of hair loss is considered normal in adult males [14, 15, 38]. Recently, a large-scale survey was conducted on a representative sample of 1717 men (18-40 years of age) from France, Germany, Italy, and the United Kingdom [18]. 53.5 percent of the participants reported that they had a full head of hair. Thus, 46.5% experienced at least some degree of hair loss. 8.7 per cent had more than “moderate” hair loss, 0.6% reported they were bald. Of course, hair loss increased significantly with increasing age, and the prevalence of more mature states of baldness would steeply rise in an older sample.

The complete review is available as an eBook.

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Glatze und Selbstbewusstsein

6. März 2010

Glatze – Haarausfall – androgenetische Alopezie – androgenetisch bedingte Männerglatze – Toupet – volles Haar – Selbstbewusstsein – Online-Experiment – psychologische Untersuchung – Psychologie – Haarpsychologie – Glatzenträger – Eindruckswirkung – soziale Wahrnehmung – soziale Beurteilung – Gesichterbeurteilung – Persönlichkeitsbeurteilung – Persönlichkeitseindruck – Sozialpsychologie – Persönlichkeitspsychologie

Glatze und Selbstbewusstsein
Eine Untersuchung zur Eindruckswirkung der Männerglatze

© PD Dr. Ronald Henss

Fragestellung

Die androgenetisch bedingte Männerglatze wird im Allgemeinen eher negativ bewertet. Im Folgenden geht es speziell um den Zusammenhang zwischen Männerglatze und Selbstbewusstsein. Dabei geht es nicht um die Wirkung auf die Betroffenen, sondern ausschließlich um die Wirkung der Glatze auf dem Betrachter.
Also: Erscheint ein Mann mit Glatze weniger selbstbewusst (oder womöglich selbstbewusster) als ein Mann mit vollem Haar?


Methoden

Grundlage der Untersuchung sind Gesichterfotos von 13 Männern (im Folgenden als Stimuluspersonen bezeichnet). Die Männer (Altersbereich Ende zwanzig bis Anfang sechzig) waren natürliche Glatzenträger. Sie wurden unter standardisierten Bedingungen einmal mit Glatze und einmal mit einem von einem Toupetspezialisten individuell angefertigten Toupet fotografiert.
Die Fotos wurden in einer Online-Studie zur Beurteilung präsentiert. In jedem einzelnen Fall wurde die Reihenfolge der Stimuluspersonen durch einen Zufallsgenerator bestimmt und es wurde jeweils per Zufall bestimmt, ob eine Stimulusperson mit Glatze oder mit Toupet präsentiert wurde.
Die Versuchsteilnehmer hatten die Aufgabe, die Gesichter auf einer 9-stufigen Ratingskala im Hinblick auf das Merkmal „Selbstbewusstsein“ zu beurteilen (1 = “nicht selbstbewusst“ bis 9 = “selbstbewusst“).
Insgesamt nahmen etwa 1.900 Versuchspersonen teil. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich auf die Stichprobe von 1.580 Teilnehmern, die Deutschland als Herkunftsland angaben. 34,5 Prozent waren Männer, 65,5 Prozent Frauen. Das Alter reichte von 16 bis 77 Jahren, die Männer waren im Mittel 28, die Frauen 24 Jahre alt (jeweils Median).


Ergebnisse

Globale Analyse

Zunächst wurden die einzelnen Versuchspersonen als Analyseeinheit betrachtet. Für jeden Urteiler wurde der Mittelwert über alle Glatzenträger und der Mittelwert über alle Toupetträger berechnet (da jeweils per Zufall festgelegt wurde, ob eine Stimulusperson mit Glatze oder mit Toupet präsentiert wurde, ergeben sich für die einzelnen Urteiler unterschiedliche Kombinationen).
Über die gesamte Urteilerstichprobe ergaben sich praktisch identische Mittelwerte:
M(Glatze) = 5,20
M(Toupet) = 5,21
Bei einer globalen Betrachtung ergibt sich also keinerlei Unterschied zwischen Glatze und Toupet.
Zwischen den verschiedenen Stimuluspersonen ergaben sich jedoch erhebliche Unterschiede: die niedrigste Bewertung betrug 4,04, die höchste 7,21.

Stimuluszentrierte Perspektive

Da die verschiedenen Stimuluspersonen sehr unterschiedlich beurteilt wurden, wurden die Daten für jede Stimulusperson gesondert analysiert.
Bei 4 der 13 Stimuluspersonen war der Unterschied zwischen Glatze und Toupet statistisch nicht signifikant.
3 Personen erschienen mit Glatze signifikant selbstbewusster als mit vollem Haar.
6 Personen erschienen mit Toupet signifikant selbstbewusster als mit Glatze.

Da dieser Untersuchung eine außergewöhnlich große Stichprobe zugrunde liegt, ist ein statistisch signifikantes Ergebnis für sich alleine genommen wenig aussagekräftig (allenfalls das Fehlen signifikanter Unterschiede ist bemerkenswert). Ergänzend wurden – für die signifikanten Fälle – Maße der statistischen Effektstärke berechnet, und zwar Cohen’s d und r(BESD), die hier für Fachleute aufgelistet sind (r(BESD) in Klammern):
-0,61 (0,29)
-0,46 (0,22)
-0,27 (0,13)
 0,13 (0,07)
 0,24 (0,12)
 0,25 (0,12)
 0,27 (0,13)
 0,29 (0,15)
 0,30 (0,15)


Resume

Die Eindruckswirkung der androgentisch bedingten Männerglatze ist im Hinblick auf das Merkmal Selbstbewusstsein nicht durch ein globales Besser oder Schlechter zu charakterisieren. Die Wirkung hängt vielmehr von dem jeweils Beurteilten ab. Manche Männer erscheinen mit Glatze selbstbewusster als mit vollem Haar, andere Männer wirken hingegen mit vollem Haar selbstbewusster und bei einigen Männern zeigt sich überhaupt kein Effekt der Haarfülle auf das eingeschätzte Selbstbewusstsein.

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Viel Lärm um Nichts

8. Februar 2010

Haarausfall – Glatze – Männerglatze – androgenetische Alopezie – Kulturgeschichte – Medizingeschichte – Quacksalberei

Viel Lärm um Nichts
Der jahrtausendealte Kampf gegen die Männerglatze

© Ronald Henss


Dass der erblich bedingte Haarausfall des Mannes – die Männerglatze – im Allgemeinen negativ bewertet wird, ist bekannt. Dies ist keineswegs nur ein Phänomen unserer modernen westlichen Gesellschaft. Unzählige Zeugnisse belegen, dass der Verlust des Haupthaares für Männer zu allen Zeiten und in allen Kulturen ein großes Ärgernis darstellte und dass Männer zu allen Zeiten und in allen Kulturen versucht haben, gegen die Glatze anzukämpfen.

Ein immer wieder zitiertes Beispiel ist ein „Rezept“ aus dem Papyrus Ebers (heutiger Standort: Universitätsbibliothek Leipzig). Der Papyrus Ebers – benannt nach Georg Ebers, der ihn 1873 erworben hat – ist eines der ältesten Dokumente der Medizingeschichte. Er stammt aus dem 16. Jahrhundert vor Christus und enthält umfangreiche Aufzeichnungen über das medizinische Wissen der alten Ägypter. Darin findet sich auch eine Rezeptur gegen die Männerglatze. Demnach sollten sich die Männer eine Mixtur aus in Öl gekochten zerstampften Datteln, Hundepfoten und Eselshufen auf Haupt schmieren.
Ähnlich skurrile Rezepturen werden an verschiedenen Stellen genannt – leider meist ohne konkrete Quellenangaben – zum Beispiel bei Balabanova (1993), Bolt (2001), Kligman & Freeman (1988), Mayr & Mayr (2003).

Eine lesenswerte Zusammenfassung geben Kligman & Freeman (1988). Einige ihrer wesentlichen Schlussfolgerungen lauten: Über die Menschheitsgeschichte hinweg war das Kopfhaar Gegenstand von Aberglauben und Spekulationen. Keiner Kultur war das Kopfhaar völlig gleichgültig. Über die bekannte Kulturgeschichte hinweg wurden immer wieder Mittel gegen die Männerglatze angepriesen, in aller Regel zu horrenden Preisen und mit völlig aus der Luft gegriffenen Heilsversprechungen und ohne jeglichen Wirkungsnachweis. Manche waren extrem exotisch und nur für die Mächtigsten erschwinglich, viele waren ekelerregend und abstoßend – und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit waren all diese Mittelchen völlig wirkungslos.

Dass auch heute noch Millionen Männer in Apotheken, Drogerien, im Versandhandel, beim Friseur oder sonst wo gigantische Summen für völlig wirkungslose Mittelchen hinblättern, sei hier nur am Rande angemerkt. Obgleich neuerdings Medikamente zur Verfügung stehen, die in wissenschaftlichen Studien eine gewisse Wirksamkeit nachgewiesen haben, wird auch heute noch sehr viel mehr Geld in nutzlose Heilsversprechungen von Quacksalbern investiert.

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Literatur

Balabanova, S. (1993). … aber das Schönste an ihr war ihr Haar, es war rot wie Gold … Haare im Spiegel der Kultur und Wissenschaft. Ulm: Universitätsverlag Ulm.
Bolt, N. (2001). Haare. Eine Kulturgeschichte der wichtigsten Hauptsache der Welt. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe.
Kligman, A.M. & Freeman, B. (1988). History of baldness. From magic to medicine. Clinics in Dermatology, 6, 83-88.
Mayr, D.F. & Mayr, K.O. (2003). Von der Kunst, Locken auf Glatzen zu drehen. Eine illustrierte Kulturgeschichte der menschlichen Haarpracht. Berlin: Eichborn Verlag.

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Anmerkung: Bei Kligman & Freeman (1988) findet sich in Fig.12-2 eine Abbildung, in der die Häufigkeit des Haarausfalls bei verschiedenen Altersgruppen dargestellt ist. Diese Abbildung ist in verschiedener Hinsicht unsolide. Darauf werde ich bei Gelegenheit an anderer Stelle eingehen.

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Symposium Androgenetische Alopezie

5. Februar 2010

Haar – Haare – Haarausfall – Psychologie – psychologische Aspekte des Haarausfalls beim Mann – androgenetische Alopezie – AGA – Glatze – Männerglatze

Abstract Symposiumsvortrag
Ronald Henss (1999). Psychologische Aspekte des Haarausfalls. Vortrag auf dem Symposium Androgenetische Alopezie. Fortschritte in Forschung und Therapie. Berlin, 15. – 17. 01. 1999.

Eine umfangreiche psychologische Literatur dokumentiert, dass das äußere Erscheinungsbild eines Menschen tiefgreifende psychologische und soziale Konsequenzen hat. Obgleich kaum Zweifel besteht, dass das Haar eine wichtige Komponente des Aussehens darstellt, liegen nur wenige Untersuchungen über psychologische Aspekte des Haares vor. Dies gilt in ganz besonderer Weise für das Phänomen des erblich bedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie), das bislang sehr selten aus psychologischer Perspektive untersucht wurde.
Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über empirische Forschungen zu psychologischen Aspekten der androgenetischen Alopezie beim Mann. Darüber hinaus werden methodische Probleme dieses Forschungsbereichs dikskutiert.

In den Augen der Anderen erscheinen Männer mit Glatze in der Regel weniger vorteilhaft als Männer mit vollem Haar. Dies gilt insbesondere für viele Qualitäten, die in unserer jugendzentrierten Kultur eine wichtige Rolle spielen, wie zum Beispiel Jugendlichkeit, sexuelle Attraktivität, Vitalität. Zu dem überwiegend negativen Fremdbild korrespondiert häufig ein entsprechendes negatives Selbstbild der Betroffenen. Darüber hinaus werden gelegentlich schwerwiegendere Begleiterscheinungen des Haarausfalls berichtet, wie zum Beispiel negatives Körperbild, geringes Selbstwertgefühl, soziale Angst, Depression, sozialer Rückzug. Schwerwiegende psychologische und soziale Beeinträchtigungen sind jedoch keineswegs der Normalfall. Sie kommen offenbar bei denjenigen, die wegen ihres Haarausfalls einen Arzt konsultieren, wesentlich häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Aber auch psychologisch und sozial gut angepasste Personen berichten häufig über eine Reihe spezifischer Haarprobleme, die darauf hinweisen, dass Haarausfall bei vielen Betroffenen mit (wenn auch milden) psychischen Belastungen verbunden ist. Der Verlust der Haare scheint vor allem für junge Männer eine stärkere Belastung darzustellen, und zwar vor allem für diejenigen, die eine rasche Verschlechterung erwarten, sich nicht in einer partnerschaftlichen Beziehung befinden und die eine hohe öffentliche Selbstaufmerksamkeit aufweisen. Aufgrund fehlender empirischer Daten ist unklar, inwieweit Haarausfall zu realen negativen sozialen Konsequenzen führt, wie zum Beispiel Nachteile bei der Partnerwahl, geringere soziale Attraktivität, Nachteile im Beruf.

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Fokus Männerglatze

5. Februar 2010

Haar – Haare – Haarausfall – Haarverlust – Androgenetische Alopezie – AGA – erblich bedingter Haarausfall – Männer – Glatze – Männerglatze

Fokus: Androgenetische Alopezie des Mannes – die Männerglatze
Worum es in diesem Blog geht
© PD Dr. Ronald Henss

Das Haar ist ein außerordentlich wichtiger Aspekt der äußeren Erscheinung des Menschen. Der Verlust der Haare – und sei er auch nur teilweise – verändert das äußere Erscheinungsbild und er kann weitreichende psychologische und soziale Folgen haben.
Es gibt viele verschiedene Arten des Haarausfalls. In diesem Blog wird eine spezielle Variante betrachtet, nämlich der erblich bedingte Haarausfall, der in der medizinischen Sprache als androgenetische Alopezie (AGA) bezeichnet wird. Die androgenetische Alopezie ist die mit Abstand am weitesten verbreitete Form des Haarausfalls, und im Gegensatz zu anderen Formen ist sie nicht als eine Krankheit einzustufen, sondern eine ganz normale Variante der äußeren Erscheinung.
Die androgenetische Alopezie tritt zwar bei beiden Geschlechtern auf, aber in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. Bei Männern hat sie eine charakteristische Verlaufsform und sie zeigt ein klar erkennbares Muster, das unmittelbar ins Auge springt. Bei Frauen ist der Haarverlust hingegen diffus und zumindest die leichteren Formen werden von Laien und auch von den betroffenen Frauen häufig gar nicht richtig wahrgenommen.
In diesem Blog geht es (fast ausschließlich) um die androgenetische Alopezie des Mannes, also die erblich bedingte Männerglatze.
Die Glatzenbildung schreitet mit zunehmendem Alter stetig fort und in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, werden fast alle Männer – zumindest teilweise – von Haarausfall betroffen.
Die Glatze wird seit altes her negativ bewertet und zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Männer gegen den Haarverlust angekämpft. In unserer modernen Gesellschaft, in der der Stellenwert der äußeren Erscheinung auch für Männer stetig zunimmt, nimmt auch die Bedeutung des Haares – und negativ: die Probleme, die mit der Glatzenbildung einhergehen – zu.

Das Kernthema – die androgenetische Alopzie des Mannes – wird in diesem Blog aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Neben biologischen und medizinischen stehen vor allem psychologische, soziale und kulturelle Aspekte im Blickpunkt.

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Haarausfall – Psychologische Aspekte

31. Januar 2010

Haare – Haarausfall – androgenetische Alopezie – Glatze – Männerglatze – Psychologie – psychologische Aspekte des Haarausfalls beim Mann

Kurz und bündig
Psychologische Aspekte des Haarausfalls beim Mann
© PD Dr. Ronald Henss

Unzählige Zeugnisse aus Literatur, Geschichte, Völkerkunde, Archäologie und anderen Wissenschaftszweigen belegen, dass das Haar zu allen Zeiten und in allen Kulturen eine herausragende Rolle gespielt hat. Auf der Seite der Männer steht seit alters her der Kampf gegen die Glatze im Vordergrund. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Gerade heute, wo die äußere Erscheinung auch für Männer eine zunehmend wichtigere Rolle spielt, stellt der Verlust des Haupthaares für viele Betroffene eine große Belastung dar.

Die Männer reagieren zwar durchaus unterschiedlich, aber es gibt kaum jemanden, dem der Verlust des Haupthaars völlig gleichgültig ist. Viele Betroffene berichten über negative Erfahrungen im privaten und beruflichen Umfeld. Umfangreiche Untersuchungen zeigen ein breites Spektrum psychischer Probleme, Sorgen und Ängste, die mit dem Verlust des Haares einhergehen, wie zum Beispiel: das Gefühl, weniger attraktiv zu sein, weniger Chancen beim anderen Geschlecht zu haben, im sozialen und im beruflichen Umfeld benachteiligt zu sein, höhere Selbstaufmerksamkeit, geringeres Selbstvertrauen, verringertes Selbstwertgefühl, emotionale und soziale Verunsicherung, sozialer Rückzug. Wenngleich der Grad der Belastung je nach Persönlichkeitsstruktur und sozialem Umfeld sehr unterschiedlich sein kann, ist für viele Männer die Glatze mit erheblichem psychischem Stress und einem hohen Leidensdruck verbunden.

Der Ausgangspunkt der psychologischen Probleme ist wohl vor allem die Befürchtung, dass ein kahles Haupt in den Augen der Mitmenschen ein negatives Image erzeugt. Die psychologische Forschung hat in zahlreichen Untersuchungen gezeigt, dass diese Sorge keineswegs unbegründet ist. Mit Glatze sieht ein Mann nicht nur um mehrere Jahre älter aus, Glatzenträger erscheinen in den Augen ihrer Mitmenschen auch deutlich weniger attraktiv, und zwar insbesondere im Hinblick auf die sexuelle Attraktivität. Man hält sie für spießiger, konservativer, weniger modebewusst und man traut ihnen geringere Chancen beim anderen Geschlecht zu. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Glatzenträger sowohl im privaten wie auch im beruflichen Bereich benachteiligt sein können.

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